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Qualitätsrahmen - Flipped Classroom

Stand: 2022-09-26

Im Folgenden finden Sie den Qualitätsrahmen Flipped Classroom:

Leitgedanken

Bei Lehrveranstaltungen, die nach dem Prinzip des „Flipped Classroom“ gestaltet sind, geht der üblichen Präsenzphase ein strukturierter digitaler Arbeitsauftrag, häufig in Form von Erklärvideos, voraus. Dieser soll sicherstellen, dass die Lerngruppe über bestimmtes Wissen verfügt oder sich neue Kompetenzen angeeignet hat.
Die Folge ist eine stark auf die Lernenden fokussierte und wenig lehrkraftzentrierte Präsenzphase, die für gemeinsames Üben und Vertiefen von Lernfortschritten genutzt werden soll.
Die im Folgenden aufgeführten Qualitätsbereiche dienen als Referenzrahmen für die Planung, Durchführung und Reflexion von Flipped Classroom. Gesprächen und Beratungssituationen in sonderpädagogischen Kontexten. Den Qualitätsbereichen sind Qualitätskriterien zugeordnet, die die jeweiligen Qualitätsbereiche konkretisieren.

Qualitätsbereiche für Flipped Classroom

QB1 Vorbereitende Arbeitsaufträge
QB2 Gestaltung der Präsenzphase
QB3 Digitale Lernumgebung
QB4 Technische Aspekte


QB 1 Vorbereitende Arbeitsaufträge

1.1 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft sorgt dafür, dass die vorzubereitenden Inhalte von allen abgerufen werden können.

1.2 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft stellt passende digitale Lernmaterialien (z.B. Erklärvideos) immer mit begleitendem Arbeitsauftrag zur Verfügung.

1.3 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft stellt den Arbeitsauftrag frühzeitig zur Verfügung und informiert die Lerngruppe.

1.4 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft formuliert klare Arbeitsaufträge (Was? Von wem? Bis wann? Auf welche Weise?).

1.5 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft formuliert die Verbindlichkeit des Arbeitsauftrages und sorgt dafür, dass dieser von der Lerngruppe erfüllt wird.

1.6 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft achtet auf einen angemessenen Umfang der vorzubereitenden Inhalte und kürzt die Präsenzveranstaltungen entsprechend.

1.7 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft schafft eine Möglichkeit, die Arbeitsergebnisse digital einzureichen/hochzuladen.

1.8 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft wendet digitale Formen der Rückmeldung im Arbeitsprozess an (z.B. Audiofeedback).

1.9 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft steht für Rückfragen im Arbeitsprozess zur Verfügung.


QB 2 Gestaltung der Präsenzphase

2.1 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft wählt eine situativ und/oder inhaltlich passende Durchführungsvariante des Flipped Classrooms aus (Half Flip, Full Flip, In Flip).

2.2 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft wiederholt die in der Vorbereitungsphase zu erarbeitenden Inhalte in der Präsenzphase nicht mehr (Festigung der Verbindlichkeit).

2.3 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft problematisiert und reflektiert das Nicht-Erfüllen des Arbeitsauftrages mit betreffenden Personen.

2.4 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft kennt verschiedene Methoden im Umgang mit nicht vorbereiteten Personen und wendet diese situativ passend an.

2.5 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft sammelt zu Beginn Fragen der Lerngruppe und greift diese im weiteren Verlauf der Präsenzphase an der passenden Stelle auf.

2.6 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft nutzt die Präsenzphase für die Vertiefung oder Erweiterung der erarbeiteten Inhalte.

2.7 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft schafft ein Lernsetting, das die kognitive Aktivierung der Lerngruppe fokussiert.

2.8 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft stellt zur Nachbereitung, Wiederholung oder Vertiefung Lernmaterialien in digitaler Form zur Verfügung.


QB 3 Digitale Lernumgebung

3.1 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft stellt geeignete (interaktive) Lernvideos und andere digitale Lernbausteine für die Vorbereitung zur Verfügung.

3.2 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft sorgt für eine klar strukturierte digitale Lernumgebung.

3.3 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft kennt verschiedene Lernmanagementsysteme/digitale Lernplattformen und wählt passend aus.

3.4 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft orientiert sich bei der Erstellung von Lernmaterialien an didaktischen Prinzipien.

3.5 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft schafft Möglichkeiten für die Lerngruppe, eigene Lernmaterialien zu erstellen und zu teilen (Medienproduktion).


QB 4 Technische Aspekte

4.1 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft sorgt für einen barrierearmen/-freien Zugang zur digitalen Lernumgebung.

4.2 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft verwendet eine Lernumgebung, die unabhängig von den Endgeräten der Lerngruppe abrufbar ist (browserbasiert).

4.3 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft verwendet zur Erstellung von Erklärvideos passende Hardware/professionelles Equipment.

4.4 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft verwendet nur urheberrechtlich unbedenkliche Dateien (Bilder, Videos ...).

4.5 Die Aus-/Fortbildungslehrkraft beachtet Vorgaben zum Datenschutz.


Literatur


Lizenz

Autor: Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Freiburg, Abtl. Sonderpädagogik;
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Lizenz: CC BY SA 4.0